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Am Samstag, den 24.07.2010 ging es für mich in der Früh mit dem Zug los nach München. Dort wurde ich von einem NaturFreund aus München am Bahnhof eingesammelt und über kurze Stopps in Geretsried und Garmisch ging es gemeinsam nach Österreich ins Kaunertal. Pünktlich zum Kaffee sind wir dann am Gepatschhaus angekommen, wo uns auch sofort ein Zimmer zugeteilt wurde. Ein leer gebliebenes Bett wurde kurzerhand als Schrank umfunktioniert und aus Stöcken und Bandschlingen wurden Wäscheleinen improvisiert. Nach dem Abendessen haben sich dann alle 8 Teilnehmer und der Ausbilder Markus getroffen und eine kurze Begrüßung abgehalten.
Am nächsten Morgen ging es dann richtig los. Die erste Tour haben wir auf den „Vorderen Nörderberg“ gemacht. Auf dem Tagesprogramm standen „lesen einer Karte“, „gehen im weglosem Gelände“ und “Gletscherkunde“. Die erste Einheit haben wir gleich am Anfang gemacht, um die Tour zu planen. Um den Gipfel zu erreichen, mussten wir dann den Weg verlassen und haben gleich die nächste Einheit geübt. Als ein kleines Loch in der Nebeldecke den Blick auf den „Gepatschferner“ erlaubt hat, haben wir ganz schnell etwas über Gletscherkunde gelernt. Am Nachmittig, wieder auf der Hütte, haben wir dann noch Theorieunterricht gehabt. „Materialkunde“ und „ Die Aufgaben eines Trainer-C“ wollten behandelt werden.
Bei sehr bedecktem Himmel ging es am Montag in den Klettergarten „Fernergries“. Dort haben wir verschiedene Abseiltechniken, sowie das Ablassen einer verletzten Person mit Seilverlängerung gelernt und einstudiert. Des Weiteren standen „Standplatzbau“, „Fixpunkte im Fels“ und „Partnersicherung“ auf dem Programm. Zum Schluss mussten wir alle noch eine Kletterroute von mindestens Schwierigkeit 4 im Vorstieg bewältigen und anschließend abseilen. Abends haben wir dann noch über Rucksackapotheke und behelfsmäßige Bergrettung gelernt.
Auch am Dienstag war das Wetter, wie die vorhergehenden Tage, also bescheiden. Dennoch mussten wir zum „Gepatschferner“ aufsteigen, um die praktischen Einheiten zum Gehen mit Steigeisen durchzunehmen. Die Übungen waren auf Grund der Kälte und den doch längeren Wartezeiten nicht immer ganz leicht zu machen. Nachdem das Gehen geübt war, mussten wir dann auch noch die „loose Rolle“ aufbauen. Das ist eine Technik, die zur Spaltenrettung benötigt wird. Nach dem Abendessen haben wir unsere Lehrproben gezogen und dann Zeit zum Lernen bekommen. Ich habe, wie schon damals mein Vater, die „lose Rolle“ gezogen.
Am Mittwoch war es dann so weit. Ich war mit meiner Führungstour auf den „Glockturm“ dran. Da schlechtes Wetter angesagt war sind wir relativ früh aufgebrochen. Das erste Teilstück ging es per Auto zum „Rifflerboden“. Von da an mussten dann die Schuhe die Reifen ersetzten und die Füße selber arbeiten. Anfangs ging es über einen gut ausgetretenen Weg, später jedoch über ein steiles, von Schnee bedecktes Geröllfeld. Nach etwas über drei Stunden mussten wir wegen eines Wettersturzes ca. 70 Meter unterhalb des Gipfels umkehren. Auf dem Abstieg hat ein anderer Teilnehmer die Leitung übernommen und ich konnte ohne Verantwortung gehen. Kurz vor den Autos hat es dann noch zu regnen angefangen, was uns dann aber egal war. Am Nachmittag standen dann noch einige wenige Theorieeinheiten auf dem Plan und am Abend war wieder lernen angesagt.
Donnerstag war Prüfungstag. Gleich nach dem Frühstück ging es mit den ersten Lehrproben los. Erst im Klettergaten und dann in der Hütte. Die Inhalte der Lehrproben wurden über die voran gegangenen Tage schon durchgenommen und mussten von uns nur nochmal in eigener Art und Weiße erklärt und geübt werden. Keiner hatte nennenswerte Probleme mit dieser Aufgabe, so dass wir am frühen Nachmittag schon fertig waren. Die plötzliche Freizeit haben wir genutzt um auf die mündliche Prüfung zu lernen. Außerdem gab es Kartenspiele und natürlich guten Apfelstrudel vom Hüttenwirt persönlich. Am Abend gab es nochmal eine ganz kurze Theoriestunde und dann wurden die Rucksäcke für den Freitag gepackt.
Für diesen vorletzten Tag war eigentlich nochmal besseres Wetter angesagt. Dennoch ging es im dichten Nebel mit den Autos los zum Gletscherrestaurant Weißseespitze. Schon als wir dann endlich los gingen gab es einige Zweifler ob des Wetters. In Nebel und Schneetreiben mit unter 50 Metern Sicht ging es eine Stunde über den Gletscher zum „Falgín Joch. Dort musste noch die letzte Lehrprobe gemacht werden. Dann gab es Diskussionen, ob ein Weitergehen sinnvoll sei, oder nicht. Eine knappe Mehrheit der Gruppe wollte umkehren. Dies kam bei den Anderen nicht so gut an. Als dann auch noch ein Bergführer an uns vorbei ging, um den Aufstieg fortzusetzen gab es einige Nörgeleien. Auf dem Abstieg wurde der Nebel zwar lichter, aber wir hatten uns ja schon zur Umkehr entschlossen. Also ging es schon am Vormittag ins Restaurant, wo es ein gutes Mittagessen und die letzte Lerneinheit gab. Wieder am Gepatschhaus angekommen, spitzelte dann doch noch die Sonne durch die Wolken und wir machten zum ersten Mal so richtig von der Terrasse gebrauch. Noch vor dem Abendessen gab es dann persönliche Gespräche, sowie die mündliche Prüfung. Alle haben den Kurs bestanden!
Schon gleich in der Früh haben wir am Samstag das Haus verlassen und sind etwa eine Stunde ins Ötztal gefahren. Dort haben wir den Klettersteig „Lehner Wasserfall“ gemacht und sind dann in ein Café gefahren, wo wir die Bilder austauschten und ein letztes Fazit zogen.
Alles in allem war es eine sehr schöne Woche, während der ich sehr viel gelernt habe. Um die Ausbildung komplett abzuschließen muss ich jetzt noch im Oktober einen Theorielehrgang und nächstes Jahr eine weitere Woche mitmachen und bestehen. Das sollte aber kein Problem sein, da ich schon seit fast 14 Jahren in die Berge gehe und die Alpen meine zweite Heimat geworden sind.
Berg Frei!
Florian Ortner
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